Atmosphäre - Luftschadstoffe - Ozon - Treibhauseffekt - Smog

1. Atmosphäre
1.1.Begriffe zur Atmosphäre
2. Wichtige Luftschadstoffe
2.1. Schwefelverbindungen
2.2. Stickoxide
2.3. Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid (CO)
3. Ozon
3.1. Ozon in der Troposphäre - bodennahes Ozon
3.2. Ozon in der Stratosphäre - die Ozonschicht
3.3. Abbau von Ozon durch Spurengase
3.4. Folgen des unnatürlichen Ozonabbaus in der Stratosphäre - Ozonloch
4.Treibhauseffekt
5.Smog

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1. Atmosphäre

Die die Erde umgebende Atmosphäre untergliedert sich in mehrere Schichten.

  • Troposphäre:
    Sie erstreckt sich vom Erdboden bis in eine Höhe von etwa 15-18 km. In ihr erfolgt eine gleichmäßige Temperaturabnahme um 5-6 Kelvin je km auf bis zu -60°C. Sie enthält fast das gesamte atmosphärische Wasser, was ca. 80% der Masse der Atmosphäre ausmacht. Weiterhin herrscht in der Troposphäre eine starke Luftdurchmischung (Wind) in horizontaler und vertikaler Richtung. Auf Grund dieser Eigenschaften ist sie zuständig für die Wolkenbildung, die Niederschläge, also für das Wetter auf der Erde. In der Troposphäre besteht unbelastete Luft aus ca. 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, sowie aus einer Reihe von Spurengasen (Neon, Helium etc.) und max. 3% Wasserdampf.
  • Tropopause:
    Diese 1-2 km dicke Grenzschicht zwischen Troposphäre und Stratosphäre befindet sich in leicht veränderlicher Höhe bei etwa 18 km Höhe. In ihr herrscht eine konstante Temperatur, und sie verhindert den Stoffaustausch mit der Stratosphäre.
  • Stratosphäre:
    Sie erstreckt sich bis in eine Höhe von etwa 50 km. In ihr nimmt die Temperatur wieder auf bis zu -10°C zu. Die Durchmischung ist in horizontaler Richtung sehr stark, in vertikaler Richtung dagegen schwach. In der Stratosphäre befindet sich die Ozonschicht.
  • Stratopause:
    Sie ist die Grenze zur Mesosphäre in etwa 50 km Höhe.
  • Mesosphäre:
    Diese Schicht oberhalb der Stratosphäre erstreckt sich bis in etwa 85 km Höhe. In ihr sinkt die Temperatur auf bis zu -80°C an der Grenze zur Mesopause.
  • Mesopause:
    Grenze zur Thermosphäre.
  • Thermosphäre:
    Dies sind die auf die Mesosphäre folgenden Schichtungen.

1.1. Begriffe

  • Emission (technisch): Hierbei handelt es sich um von Anlagen und Produkten abgegebene Luftverunreinigungen, Lärm, Strahlung, Erschütterungen und Wärme.
  • Transmission: Transport, Übertragung von Emissionen
  • Immission ist die Einwirkung von Luftverschmutzungen, Geräuschen, Erschütterungen, Strahlung usw. auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Sachgüter.
  • Deposition: Abscheidung von Luftschadstoffen durch Sedimentation, Diffusion und Impaktion.
  • Sedimentation: Ablagerung von Stäuben und Aerosolen (tröpfchenartige, flüssige Partikel wie Regen und Nebel)
  • Diffusion: Teilchenbewegung z.B. der Gase
  • Impaktion: Trägheitsabscheidung von Stäuben und Aerosolen an Hindernissen
  • Quelle: ist jeder physikalische oder chemische Prozeß, der zur Erhöhung der Konzentration eines Stoffes in der Luft beiträgt, z.B. CO2-Freisetzung bei der Kraftstoffverbrennung in Motoren
  • Senke: sind alle Verbrauchsprozesse oder Umwandlungen die die Konzentration eines Stoffes verringern oder den Stoff zu unwirksamen Verbindungen umwandeln, z.B. Umwandlung von CO2 in O2 durch die Photosynthese bei Pflanzen
  • antropogen: vom Menschen verursacht

2. Wichtige Luftschadstoffe

2.1. Schwefelverbindungen (SO2)

Schwefelverbindungen können natürlichen und antropogenen Ursprungs sein. Zu den natürlichen Quellen zählen unter anderem Brände und Vulkanismus. Ein Großteil der Schwefelverbindungen stammt allerdings aus den vom Menschen genutzten fossilen Brennstoffen. Die Industrieländer (Energiegewinnung, Metallurgie, chem. Industrie) setzen 20-30 mal so viel SO2 frei wie natürliche Prozesse.

Normalgehalt an SO2 in der Luft: 0,5 Mikrogramm pro m3
Normalgehalt an SO42- in der Luft: 1 Mikrogramm pro m3

Verhalten und Wirkung in der Atmosphäre

  • Umwandlungen in der Gasphase:
    SO2 + 2OH -> H2SO4  (Schwefeldioxid + Hydroxylradikale -> Schwefelsäure)
    Schwefelsäure ist eine sehr aggressive Säure. Sie lagert sich in der Atmosphäre auch an Partikel und Wassertröpfchen an, wodurch sich "saurer Regen" bildet.
  • Umwandlungen in der flüssigen Phase:
    SO2 + H2O -> H2SO3 (Schwefeldioxid + Wasser -> schwefeliger Säure)
    Schwefelige Säure oxidiert sehr leicht zu Schwefelsäure. Es erfolgt also eine Weiterreaktion in der Luft.
    2H2SO3 + O2 -> 2H2SO4
    H2SO3 + O3 ->H2SO4 + O2
    H2SO3 + H2O2 -> H2SO4 + H2O
  • Umwandlungen in der festen Phase (auf Partikeln in Rauchfahnen):
    2SO2 + O2 -> 2SO3 (Schwefeldioxid + Sauerstoff -> Schwefeltrioxid)
    SO3 + H2O -> H2SO4 (Schwefeltrioxid + Wasser -> Schwefelsäure)
    Die Umwandlung zu Schwefeltrioxid erfolgt mittels katalytischer Wirkung von Schwermetalloxiden. Schwefeltrioxid reagiert heftig mit Wasser. Auch hier entsteht die aggressive Schwefelsäure.

An den aufgezeigten Umwandlungsmöglichkeiten wird deutlich, das Schwefeldioxid mehr oder weniger schnell zu Schwefelsäure umgesetzt wird. Diese wird durch nasse Deposition (saurer Regen) abgeschieden. Dazwischen können Transportwege von mehr als 1000km liegen. Zwei Drittel des emittierten SO2 werden durch trockene Deposition in der Nähe der Emissionsquelle abgeschieden. Schwefeldioxid wirkt keimtötend und bleichend.

  • Wirkung auf Sachgüter: Korrosion von Metallen und kalkhaltigen Baustoffen, bildet mit Stäuben hygroskopische (wasseranziehende) Schichten (Gebäudeschäden)
  • Wirkung auf Pflanzen (ab ca. 100 Mikrogramm SO2 pro m3): Störung der Funktion der Spaltöffnungen (unnötige Wasserverluste), Enzymgift, behindert die Photosynthese, verändert die Durchlässigkeit der Zellmembranen, Sulfateintrag über den Boden kann Schwefelmangel beseitigen (Düngerfunktion)
  • Wirkung auf Tiere und Menschen: Reizung der Schleimhäute, akut giftig in hohen Konzentrationen (Lungenödem)

2.2. Stickoxide (NOx)

  • NO - Stickstoffmonoxid: NO entsteht primär bei Verbrennungen und hohen Temperaturen (>1000°C) aus der Luft. Es ist nicht sehr stabil und wird schnell zu NO2 umgesetzt. NO ist farblos, geruchlos und sehr giftig. Es bindet sich an das Hämoglobin im Blut, welches dann keinen Sauerstoff mehr aufnehmen kann.
  • NO2 - Stickstoffdioxid: NO2 ist ein braunrotes, erstickend riechendes, sehr giftiges Gas. Die kurzfristige, kaum bemerkte Inhalation ( Konz.>200mg/m3) führt nach 12-24 Stunden durch Ödembildung zum Tode.
  • N2O - Distickstoffmonoxid: Das auch als Lachgas bezeichnete Gas ist farblos und süßlich riechend. Es wirkt euphorisierend bis narkotisierend, ist ein Narkosegas, ein Treibgas und ein Oxidationsmittel. In der Natur entsteht es aus Stickstoffverbindungen im Boden.
  • N2O3 und N2O5: Dies sind sehr instabile Stickstoffverbindungen.

Verhalten und Wirkung in der Atmosphäre

NO und NO2 treten in der Luft im Gemisch auf. Man bezeichnet dieses als NOx.

a) 2NO + O2 -> 2NO2 (sehr langsam)
b) NO + O3 -> NO2 + O2 (schneller Ozonabbau)
c) NO2 + O2 -> NO + O3 (Anregungsenergie UV-Licht)

In der Nähe von Emissionsquellen für NO (z.B. Verkehr) existiert wenig Ozon (Gleichung b). NO wird schnell zu NO2 umgesetzt (Gleichung a). Dies erfolgt auch beim Transport von der Emissionsquelle in Reinluftgebiete. Höhere NO2-Konzentrationen führen im Sommer zu hohen Ozongehalten, hauptsächlich in Reinluftgebieten, da Stickoxid während des Transportes in Stickstoffdioxid umgewandelt wurde, was sich mit Sauerstoff dort zu Ozon verbindet (Gleichung c).

Senke für NOx:
NO2 + ·OH -> HNO3 (Salpetersäure) und NO + ·OH ->HNO2 (salpetrige Säure). Diese Säure wird durch nasse Deposition (saurer Regen) abgeschieden. Sie bildet etwa 30% der Säurefracht des Regens.

  • Wirkung auf Sachgüter: Metallkorrosion, Säureschäden z.B. bei kalkhaltigen Materialien
  • Wirkung auf Pflanzen: NO2 ab etwa350µg/m3, Säureschäden an Blättern und Wurzeln, Chlorophyllzerstörung
  • Wirkung auf Menschen und Tiere: NO2 wirkt in kleinen Konzentrationen reizend auf Schleimhäute und ist in hohen Konzentrationen stark toxisch. NO ist ein hochwirksames Blutgift (Methämoglobin).

Auf Grund der Wirkung der Stickoxide, war und ist eine Emissionsminderung dringend nötig. Einen großen Beitrag dazu erbrachte die Katalysatortechnik und die Abgaswäsche mit NH3 in der Industrie.

  • Katalysator: Im 3-Wege-Kat werden CO, NOx und Kohlenwasserstoff zur Reaktion gebracht. Dabei erfolgt ein 90%tiger Schadstoffabbau. CO und Kohlenwasserstoff werden dabei zu CO2 und Wasser oxidiert, NOx wird zu N2 reduziert.
  • Abgaswäsche: 6NO2 + 8NH3 -> 7N2 + 12H2O

 

2.3. Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid (CO)

Hierbei handelt es sich um organische Dämpfe und Gase wie z.B. Benzin, Diesel, Methan und Benzen (Benzol). Jährlich werden global 2,7 Milliarden Tonnen dieser Gase emittiert. Dabei sind mindestens 90 Millionen Tonnen antropogenen Ursprungs. Sie stammen aus der Erdöl- und Erdgasförderung und deren Verarbeitung, werden von Kraftfahrzeugen als Abgas ausgestoßen und gelangen beim Tanken oder als Lösemittel in die Luft. Als natürliche Quellen für CO gelten Brände und Abbauprozesse im Boden. Methan gelangt unter anderem als Sumpfgas, als Erdgas, oder von Wiederkäuern produziert in die Atmosphäre. Auch Pflanzen geben Kohlenwasserstoffe als Gas ab.

Verhalten und Wirkung in der Atmosphäre

In der Atmosphäre werden Kohlenwasserstoffe und CO allmählich zu CO2 und Wasser umgesetzt. Dabei entstehen Aldehyde, Peroxide und organische Säuren Zwischenprodukte.

  • Wirkung von CO: Kohlenmonoxid ist für terrestrische Organismen hochgradig giftig. Es wird vom Hämoglobin im Blut 200 bis 300 mal stärker gebunden als Sauerstoff. Dadurch behindert es die lebenswichtige Sauerstoffaufnahme.
    - ab 0,006: Anzeichen von Sehschwäche, Kopfschmerzen
    - ab 0,02: Bewußtseinsschwund, Atemlähmung
    - ab 0,075: tödlich innerhalb einer Stunde
  • Wirkung von KW: Kohlenwasserstoffe sind teilweise krebserregend. Durch Ozon und NOx werden sie zu zum Teil stark reizenden Stoffen umgesetzt. Dazu zählt das Reizgift Peroxyacetylnitrat, kurz PAN, welches eine stark reizende und pflanzengiftige Wirkung besitzt.

3. Ozon

Ozon ist ein bläuliches Gas mit charakteristischem Geruch. Es besteht aus drei Atomen Sauerstoff - O3. Dieses instabile Molekül zerfällt sehr schnell, ist sehr giftig, wirkt als starkes Oxidationsmittel und ist in größeren Konzentrationen explosibel.

3.1. Ozon in der Troposphäre (bodennahes Ozon)

Der normale Gehalt an Ozon beträgt im Sommer 80-90 µg/m3, im Winter dagegen 40-50µ/m3. Die Ozongehalte unterliegen einem typischen Tages- und Jahresverlauf, und sie sind von der Verkehrsdichte und Lichtintensität abhängig.

  • Wirkung auf Mensch und Tier: ab ca. 200µg/m3 Müdigkeit, Kopfschmerzen, Augenbrennen, Schleimhautreizungen, Lungenödem, Schädigung der Funktion der Flimmerhaare der Bronchien
  • Wirkung auf Pflanzen: stark phytotoxisch ab 50-100µg/m3, stört die Photosynthese, Gewebezerstörungen (z.B. Silberflecke), Kutikullaschädigungen (Wasserverlust und Sekundärinfektionen)
  • Wirkung auf Sachgüter: greift organische Materialien wie Gummi und Kunststoffe an (Ozonrisse in Autoreifen)

Bildung und Abbau von Ozon in der Troposphäre

·         Ozonbildung durch Photodissoziation von NO2 (siehe 3.2.). Die Anregungsenergie für die Reaktion stammt vom UV-Licht aus der Sonnenstrahlung.
2NO + O2 -> 2NO2
NO2 + O2 -> NO + O3 (photostationäres Gasgemisch)

·         Ozonabbau: NO + O3 -> NO2 + O2

3.2. Ozon in der Stratosphäre - die Ozonschicht

Ein Großteil des Ozon befindet sich in der Stratosphäre, in der so genannten Ozonschicht. Dabei handelt es sich um eine mehrere Kilometer dicke Schicht, in der man überdurchschnittlich hohe Ozongehalte findet. Sie liegen etwa bei 600µg/m3. Auch hier schwanken die Ozongehalte tageszeit- und jahreszeitabhängig. Die Höhenbereiche der Ozonschicht schwanken zwischen 25-50 km, je nach Breitengrad. Die Ozonschicht übernimmt für das Leben auf der Erde eine Schutzfunktion. Ozon absorbiert schädliche langwellige UV-Strahlung (260-300nm) und zerfällt dabei. Allerdings ist UV-Strahlung anderer Wellenlänge (230nm) auch für die Ozonbildung zuständig.
Man gibt die Menge an Ozon über einem Punkt der Erdoberfläche in Dobson-Einheiten (DU) an. Die Ozonmenge in DU ist die gesamte Menge an Ozon, die man in einer Säule vorfindet, die aus der Atmosphäre "herausgeschnitten" wurde. Dabei ist die Säule so gedacht, als reiche sie vom Erdboden bis zur Oberkante der Atmosphäre. Zur Angabe der Ozonmenge in DU stellt man sich weiter vor, daß das Ozon in der Säule so weit nach unten gedrückt würde, bis es sich über dem Erdboden in einer Schicht ansammeln würde, in der es unter dem Druck von 1024 mbar, also dem normalen Atmosphärendruck, stehen würde. Die Höhe dieser Schicht liefert dann den Zahlenwert für die Ozonmenge in DU. Um auf bequeme Zahlen zu kommen, wurde willkürlich festgesetzt, daß einer Höhe der imaginären Schicht von einem Millimeter gerade 100 DU entsprechen. Im Mittel kommt Ozon in einer Konzentration von etwa 330 DU in der Atmosphäre vor. Würde man also alles Ozon über unseren Köpfen auf dem Erdboden unter einem Druck von einer Normalatmosphäre (1024 mbar) und bei einer Temperatur von 273 K (0 °C) ansammeln können, würde sich ein "Ozon-Ozean" von nur (!) etwa 3 mm Höhe (genau: 3,3 mm) ergeben!

Bildung von Ozon in der Stratosphäre

  1. Spaltung von O2 in zwei Atome O durch energiereiche UV-Strahlung  mit einer Wellenlänge von <0,242µm. Dieser Vorgang wird als Photodissoziation bezeichnet.
  2. Anlagerung eines Atoms O an O2 mit Hilfe eines Stoßpartners M. Der Stoßpartner M nimmt die freiwerdende Energie auf.

O2 + UV-Licht -> O + O
O2 + O + M -> O3 + M
O2 + O + M -> O3 + M
---------------------------
3O2 + UV-Licht -> 2O3

Die größte Menge Ozon bildet sich, wenn die Sauerstoffkonzentration hoch ist, und der energiereiche Photonenfluß von der Sonne stark ist. Die UV-Strahlung wird chemisch gebunden.

Natürlicher Abbau von Ozon in der Stratosphäre

Für das Ozongleichgewicht in unserer Atmosphäre sorgt ein natürlicher Ozonabbau (Photolyse).

  1. Spaltung von O3 durch Licht mit einer Wellenlänge bis 1,2µm (Strahlung allgemein + sichtbares Licht). Beträgt die Wellenlänge des Lichtes weniger als 0,13µm, handelt es sich also um energiereiches Licht, kommt es zur Bildung angeregter O-Atome. Erfolgt die Spaltung von O3 jedoch durch energiearme Strahlung, so entstehen O-Atome im Grundzustand.
  2. Stoßreaktion von O und O3
    (Vorgänge in einer reinen Sauerstoffatmosphäre)

Licht + O3 -> O + O2
O3 + O -> O2 + O2
------------------------
Licht + 2O3 -> 3O2

3.3. Abbau von Ozon durch Spurengase

Ozon kann auch katalytisch durch Spurengase zerstört werden. Deren Transport in die Stratosphäre kann bis zu 10 Jahre dauern. Zu diesen flüchtigen (Gase), chemisch stabilen und wasserunlöslichen Verbindungen gehören NO-, H+, OH-, Cl- und Br-. Sie stammen z.B. aus chlorierten Kohlenwasserstoffen, bromierten Verbindungen, Methan und anderen Kohlenwasserstoffen und sind die Katalysatoren (X) für den Ozonabbau. Das Problem dabei ist, dass ein Katalysator tausende Ozonmoleküle  zerstört, bevor er selbst unwirksam wird. Der derzeitige fortschreitende Spurengaseintrag durch den Menschen verstärkt den katalytischen Ozonabbau. Das bedeutet, dass weniger UV-Strahlung absorbiert wird. Somit gelangt mehr Strahlung in die tiefere Atmosphäre und bis auf die Erde.

X + O3 -> Ox + O2
Ox + O -> O2 + O2
---------------------
O3 +O -> O2 + O2

1. Spaltung durch UV-Strahlung:

Fluortrichlormethan ---> Radikal + Chloratom
CCl3F ---> Cl2F + Cl |

2. Reaktion des Ozons mit dem Katalysator:

Chloratom + Ozon ---> Chlormonooxidradikal + Sauerstoff
|Cl + O3 ---> ClO + O2

3. Folgereaktionen:

Chloratom + Chloratom ---> Chlor + Sauerstoff
ClO + ClO ---> Cl2 +O2

 

Chlor ---> Chloratom + Chloratom
Cl2 ---> |Cl + Cl |

4. Resultat: Das Ozon wurde zerstört, ohne das der Katalysator verbraucht wurde. Die Reaktion beginnt von vorn (siehe 2. Reaktion des Ozons mit dem Katalysator). Die Chloratome wirken also als Katalysator für den Ozonabbau. 

Chloratom + Ozon ---> Chlormonooxidradikal + Sauerstoff
|Cl + O3 ---> ClO + O2

2O3 --- Cl ---> 3O2

3.4. Folgen des unnatürlichen Ozonabbaus in der Stratosphäre - OZONLOCH

Von Natur aus stehen Ozonbildung und Ozonabbau im Gleichgewicht. Beide werden durch UV-Strahlung bestimmt. Durch den Eintrag von Schadstoffen (Spurengasen) in die Luft verschiebt sich dieses Gleichgewicht zu Gunsten des Ozonabbaus. Es entsteht ein Ozondefizit in der Stratosphäre, das Ozonloch ist da! Der Ozonabbau führt zur Erhöhung der UV-Strahlungsintensität auf der Erdoberfläche. Beim Menschen fördert dies die Entstehung von Hautkrebs, von Augenkrankheiten und schädigt die DNS (mutagene Wirkung). Pflanzen und Algen (Phytoplankton), unsere wichtigsten Sauerstofflieferanten, werden geschädigt. Es kommt zu stärkerer photochemischer Aktivität in der Troposphäre. Die Konzentration von bodennahem Ozon nimmt so ebenfalls zu. Das sich das Ozonloch besonders über dem Südpol und nur sehr gering über dem Nordpol bildete, hat seine Gründe. Im antarktischen Winter (Polarnacht) fehlt die Sonnenstrahlung, was bedeutet, dass kein Ozon gebildet wird. Weiterhin sinken die Temperaturen so stark, dass der Energiekontrast zu den noch von der Sonne beschienenen Gebieten extrem zunimmt. Dies bewirkt ein zunehmendes Luftdruckgefälle in der Höhe. Der Ostwindstrom um die Antarktis wird verstärkt. Es bildet sich eine Wirbelwindwetterlage heraus, der so genannte "circumpolar vortex". Diese wiederum schirmt die antarktische Atmosphäre von den Außenbereichen (z.B. äquatorialer Bereich) so gut ab, dass keine ozonhaltige Luft einströmen kann und das Ozonloch nicht ausgeglichen wird. Dazu kommt noch ein Anstieg der Säurenkonzentration in den polaren Stratosphärenwolken, die großteils aus Salzsäure bestehen. Aber auch mit Sommerbeginn weitet sich das Ozonloch oft erst noch weiter aus. Die Sonne regt nicht nur die Ozonproduktion wieder an, sondern erweckt auch die ozonzerstörenden Radikalen (Katalysatoren) wieder zum Leben. Die eben gegebene Erklärung dieses Vorganges wird durch das "Arnold-Crutzen-Modell" vertieft.

ozon-vortex

4. Treibhauseffekt

Die während des Tages einfallende Sonnenstrahlung (Globalstrahlung) wird von der Atmosphäre und vom Erdboden in Form von Wärme gespeichert und nachts als Infrarotstrahlung in den Weltraum abgegeben (Energieabstrahlung – Albedo). Die sog. klimarelevanten Spurengase (CO2, FCKW, Methan, Wasserdampf u.a.) in der Troposphäre sind zwar durchlässig für sichtbares Licht, aber schwer durchlässig für Wärmestrahlung. Sie absorbieren und reflektieren einen Teil dieser Abstrahlung, wodurch die nächtliche Abkühlung reduziert wird. Die Schicht der klimarelevanten Spurengase fängt also, wie die Glasscheiben eines Treibhauses, Sonnenenergie ein, indem sie Sonnenlicht durchläßt und Infrarotstrahlung zurückhält. Aufgrund dieser Analogie wird der Effekt Treibhauseffekt genannt. Der natürliche Treibhauseffekt stellt eine gigantische, lebensnotwendige "Klimaanlage" dar. Ohne Ihn läge die bodennahe Durchschnittstemperatur auf der Erde nicht bei +15 Grad C, sondern bei -18 Grad C.

 Bild Treibhauseffekt

Werden die natürlich vorhandenen Treibhausgase (z.B. CO2) durch anthropogenen Einfluss vermehrt oder durch neue Stoffe (z.B. FCKW) ergänzt, so übertrifft die dadurch verursachte zusätzliche Wärmestrahlung aus der Atmosphäre ebenfalls die verstärkte Reduktion von Sonnenstrahlung am Erdboden. Daher erhöht sich infolge dieses verstärkten anthropogenen Treibhauseffektes die Temperatur des Bodens und der unteren Atmosphäre. Um wieviel die wichtigen Treibhausgase die Oberflächentemperatur der Erde anheben, ist nicht einfach zu bestimmen. Jetzt mögliche Messungen der Wärmeabstrahlung in den Weltraum durch Satelliten lassen auf eine Temperaturerhöhung des Bodens durch den natürlichen Treibhauseffekt um etwa 33°C schließen. Ohne diesen läge die Bodentemperatur im globalen Mittel bei etwa -18°C. Zu dieser lebenserhaltenden Erwärmung trägt Wasserdampf den weitaus größten Teil, etwa zwei Drittel, bei; es folgen Kohlendioxid (CO2) mit einem Anteil von ca. 15%, Ozon mit etwa 10% und schließlich Distickstoffoxid (N2O) und Methan (CH4) mit je etwa 3%. Zur genauen Berechnung der Anteile müsste neben der Höhen- und Breitenabhängigkeit aller Gase auch die Wirkung der Bewölkung und der Schwebeteilchen (Aerosole) auf die Sonnen- und Wärmestrahlung bekannt sein.

Die Konzentration der langlebigen Treibhausgase nimmt systematisch zu: seit Beginn der Industrialisierung bis heute bei Kohlendioxid (CO2) um ca. 30%, bei Methan (CH4) um 120% und bei Distickstoffoxid (N2O) um ca. 10%. Hierdurch wird eine langfristige Erwärmung der unteren Atmosphäre und der Erdoberfläche angestoßen, deren Ausmaß mit der Konzentrationsänderung ansteigt, aber auch stark von der Reaktion des Wasserkreislaufs (Wasserdampf, Bewölkung, Niederschlag, Verdunstung, Schneebedeckung, Meereisausdehnung) bestimmt wird. Der Wasserkreislauf kann sowohl verstärkend wie dämpfend eingreifen, weil viele seiner Zweige stark temperaturabhängig sind. Da die Erwärmung regional und innerhalb eines Jahres unterschiedlich ist und weil die Strahlungsbilanzstörung bei einer Konzentrationsänderung von der Struktur der Atmosphäre, der Jahreszeit und vom Oberflächentyp abhängt, führt ein erhöhter Treibhauseffekt auch zu veränderten Werten des Niederschlags, der Bewölkung, der Meereisausdehnung, der Schneebedeckung und des Meeresspiegels sowie zu anderen Wetterextremen, d.h. im Letzten zu einer globalen Klimaveränderung.

5. Smog

Der Begriff „Smog“ setzt sich aus „smoke“ für Rauch und „fog“ für Nebel zusammen. Smog bezeichnet eine starke Anreicherung von Luftschadstoffen, die eine Gesundheitsgefährdung darstellen und bis zum Tod führen können. Von Atembeeinträchtigungen, Kreislaufproblemen und Reizungen der Schleimhäute sind besonders Alte, Kranke, Kinder und Asthmatiker betroffen.
Ursachen für das Entstehen von Smog sind eine austauscharme Wetterlage (Inversion, Windstille) und starke bodennahe Emissionen (Verkehr, Hausbrand). Man unterscheidet zwei Smogtypen. Der so genannte London-Smog ist der Wintersmog (reduzierender S.). Der so genannte Los Angeles-Smog ist der Sommersmog, ein photochemischer-oxidativer Smog.

London-Smog

 

Los Angeles-Smog

- austauscharme Wetterlage

- niedrige Temperatur

- hohe Luftfeuchte

klimatische Vorraussetzungen

- austauscharme Wetterlage

- hohe Temperatur

- geringe Luftfeuchte

- hohe Lichtintensität

- Schwefeldioxid, Flugasche, Kohlenmonoxid, (NOx und Kohlenwasserstoffe)

Hauptschadstoffe

- NOx und Kohlenwasserstoffe (Benzindämpfe u.a.)

- Kombination aus unvollständiger Verbrennung, Nebel, tiefer Temperatur

Ursache

- Wechselwirkungen von Kraftfahrzeugabgasen und starker Sonneneinstrahlung

-schweflige Säure, Schwefelsäure, Aerosole, pH-Wert bis <2

Folgeprodukte

- Ozon, organ. Säuren, Peroxide, Peroxyacetylnitrat (PAN) = Photooxidanzien

- Reiz- bzw. Ätzwirkungen der Säuren

-Korrosion

Wirkungen

- Reizwirkungen

- Pflanzenschäden

Die Maßnahmen bei Sommersmog werden über die Ozonverordnungen der Bundesländer geregelt. Das Ausrufen der Vorwarnstufe beinhaltet die Information der Bevölkerung, sowie vorbereitende Maßnahmen bei Behörden und Industrie. Während der 1./2. Warnstufe werden in Betrieben effektive Maßnahmen zur Senkung des Schadstoffausstoßes durchgeführt, welche durch die Umweltbehörden kontrolliert werden.

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