Deponierung von Abfällen

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Deponie: 

Eine Deponie ist eine Lagerstätte (Deponiekörper), in der anorganische und organische Abfallstoffe (bis zum Jahr 2005) gesammelt und abgelagert werden. Es wird zwischen Hausmüll- und Sondermülldeponien (z.B. Schluckbrunnen) unterschieden. Vorraussetzung für eine Deponie ist ein Planfeststellungsverfahren. Grundsätzlich ist eine Deponie so zu betreiben, daß die Stabilisierung der Abfälle durch beschleunigten Abbau ihrer organischen Anteile in überschaubaren Zeiträumen erfolgt. Dies wird durch ausreichendes Durchfeuchten des Deponiekörpers, langsames Höhenwachstum und Dünnschichteinbau des Mülls erreicht. Abgelagerter Müll wird im Laufe der Zeit unter dem Einfluss von Atmosphäre und Mikroorganismen partiell umgewandelt und verwittert. Er sedimentiert künstlich (Setzung), wodurch seine Dichte erhöht wird (durchschnittlich 1t/m3). Es entstehen Deponiegas und Sickerwasser als Emissionen des Deponiekörpers.

Deponiegas:

Beim Abbau der organischen Müllanteile durch Mikroorganismen wird Deponiegas gebildet. Die Gasmenge und die Dauer der Gasentwicklung hängen ab vom Kohlenstoffanteil im Müll, sowie der Temperatur und Feuchte im Deponiekörper. Eine Tonne Müll produziert zwischen 3 und 7 m3 Gas pro Jahr. Die Gasbildung erfolgt in vier Stufen:
1. Aerobe Abbauprozesse für die Dauer von etwa zwei Wochen, bei denen vor allem Kohlendioxid, Wasserdampf, sowie flüchtigen Zwischenprodukte des Rottevorgangs (siehe Kompostierung) entstehen. 

2. Stufe: Saure Gärung für die Dauer von etwa zwei Monaten (Bildung von Essigsäure, Buttersäure usw., sowie Wasserstoff).

3. Stufe: Instabile Methanphase für die Dauer von etwa zwei Jahren.
4. Stufe: Stabile Methanphase für die Dauer von etwa zwanzig Jahren.

Die Ausbreitung von Deponiegas im Deponiekörper wird als Migration bezeichnet. Dabei wird Bodenluft verdrängt. Ist der Bodenluftanteil geringer als 10%, werden die Wurzeln der an oder auf der Deponie wachsenden Pflanzen geschädigt. Es zeigt sich das Bild eines Trockenschadens.
Was passiert mit dem Gas?  Einerseits kann das Gas durch Abfackeln ("verbrennen") entsorgt werden, andererseits kann es als Treibstoff für Verbrennungsmotoren zur Verstromung dienen. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, es bis zur Erdgasqualität aufzubereiten und entsprechend zu nutzen. Um den Anfall von Deponiegas für eine Deponie zu ermitteln, wird eine Gasprognose (nach Rettenberger und Tabasaran) aufgestellt: 

Gt = 1,868 · C0 · (0,014 · T + 0,28) · (1 - 10-kt)

Gt = die bis zum Zeitpunkt (in Jahren) gebildete Gasmenge in m3 Gas / t Abwasser
T = Temperatur im Deponiekörper in °C
C0 = Kohlenstoffanteil in kg C / t Abfall --> Richtwert Siedlungsabfall 200 kg C / t Abfall
k =Abbaukonstante in 1 /Jahr (a-1) -------> Richtwert Siedlungsabfall 0,025 bis 0,05 a-1
t = Zeit in Jahren (a)
(0,014) in °C-1
(1,868) in m3 Gas / kg C

Sickerwasser:

Trifft Niederschlag auf den Deponiekörper entsteht Sickerwasser. Die Menge wird noch durch das Wasser aus der Deponiegasbildung (z.B. aus Saurer Gärung) erhöht. Das Sickerwasser trägt alle wasserlöslichen Inhaltsstoffe des Mülls und die wasserlöslichen Produkte der Stoffumwandlung aus dem Deponiekörper. Pro Hektar und Tag entstehen 5 bis 7 m3 Sicker- wasser. Dieses stark belastete Wasser muß behandelt werden, was in einer Kläranlage geschieht (z.B. Umkehrosmose und Biologische Stufe). Danach kann es unter Einhaltung der Richtwerte in einen Vorfluter (Bach, Fluß) eingeleitet werden. 

Deponieformen:

1. Halde: 
Der Deponiekörper befindet sich auf der Bodenoberfläche und besitzt eine Basisabdichtung, damit kein Deponiewasser in den Boden und von dort ins Grundwasser gelangen kann. Diese Form wird in flachen Gebieten mit hohem Grundwasserstand bevorzugt.
2. Grubendeponie: 
Der Deponiekörper befindet sich in einer Grube, und er besitz eine Basisabdichtung wegen Sickerwasser und eine Seitenabdichtung wegen Deponiegas.
3. Hangdeponie: 
Der Deponiekörper befindet sich auf der Bodenoberfläche und wird an einen Hang angelehnt. Diese Deponie benötigt eine Basisabdichtung, wogegen die Seitenabdichtung vom undurchlässigen Hanggestein übernommen wird.

Deponiearten für Hausmüll (Auswahl):

1. hochverdichtete Deponie: 
Die Abfälle werden in 0,5m - 1,5m hohen Schichten aufgesetzt und verdichtet. Nach der Verdichtung erfolgt eine Zwischenabdeckung, die die Stabilität verbessern und Schwelbrände verhindern soll, sowie dazu dient, den Flug von Leichtstoffen (Kunststoffe) zu verhindern. Die biologischen Abbauprozesse im Deponiekörper verlaufen an der Oberfläche aerob (mit Sauerstoff), in der Tiefe dagegen anaerob (ohne Sauerstoff). 
2. Rottedeponie: 
Die Behandlung des Mülls läuft in zwei Stufen. Zuerst wird der Abfall etwa vier Monate offen kompostiert. Danach erfolgt dessen Hochverdichtungseinbau in die Deponie. Möglich ist auch eine sogenannte "kalt Vorbehandlung" nach dem BioPuster-Verfahren. Hierfür wird Druckluft in den Deponiekörper geblasen, um dort eine aerobe Zone zu schaffen, wo Mikroorganismen den Müll verwerten können. Diese Deponieart bewirkt, daß nach dem Hochverdichtungseinbau weniger Deponiegas entsteht und die Setzung im Deponiekörper geringer ist.

Deponieabdichtung:

Damit das Sickerwasser und das Deponiegas nicht durch Migration ("Wanderung") in den angrenzenden Boden gelangen, muß die Deponie abgedichtet werden. Diese Abdichtung erfolgt nach dem Multibarrierenkonzept. Hier ein Beispiel für eine Basisabdichtung (Deponieklasse II), Multibarrierenkonzept:
- Abfall
- Feinmüllschicht
- Entwässerungsschicht (Kieseldränage)
- mehrteilige Schutzschicht aus Vlies (schützt Kunststoffdichtungsbahnen vor Zerstörung durch Dränagekies)
- Kunststoffdichtungsbahn
- mindestens 3-lagige, mineralische Dichtungsschicht (z.B. Kalk, kf 10-8 m / s)
- Kiesschicht
- Sandaufspülung
- Geologische Barriere (Untergrund)