| Die Kompostierung ist das älteste Recyclingverfahren der Welt
für organische Abfälle. Sie ist notwendig, weil die Hausmüllfraktion noch etwa 30% organische Anteile und 25% Papier enthält.
Aber ab 2005 wird von der TASI gefordert, das der in eine Deponie
einbaubare Abfall, nur noch einen Kohlenstoffgehalt von 5% haben darf. Als Kompostierung bezeichnet man die Umwandlung organischer Rest- und Abfallstoffe durch Mikroorganismen unter Zufuhr von Sauerstoff. Die organischen Abfallinhaltsstoffe werden dabei zu einem humusähnlichen Zersetzungsprodukt umgewandelt, welches als Bodenverbesserungsmittel einsetzbar ist. Der Prozeß der Zersetzung und Umwandlung organischer Stoffe bei der Kompostierung wird als Rotte bezeichnet. Die Rotte wird realisiert durch heterotrophe Bakterien, Aktinomyzeten, Pilzen und Kleinlebewesen. Als mikrobiell gut abbaubar gelten Kohlehydrate, Eiweiße und Eiweißderivate. Schwer abbaubar sind dagegen Lignine, Fette, Harze, Wachse und Gummi. Die Kompostierung erfolgt in aufgesetzten Mieten, Paletten, Rottezellen, Containern oder Boxen mit zyklischer Umsetzung des Materials, oder in Reaktoren (z.B. Drehrohrtrommel, Rottetürme) mit ständiger Bewegung des Rottegutes (siehe Kompostierungsverfahren). Rottephasen: Einflußfaktoren auf die Rotte: |
| Kompostierungsverfahren: | ||
| 1. Mietenkompostierung Die Abfälle werden auf befahrbaren, geschlitzten Bodenelementen zu Dreiecks- oder Trapezmieten mit einer Schütthöhe von 3-6m aufgesetzt. Die Miete wird durch die Schlitze in den Bodenelementen und durch zusätzliche Rohre saugbelüftet oder druckbelüftet. Das Sickerwasser wird abgeführt. |
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| 2.Brikollare Die Bioabfälle werden durch Fremdstoffauslese, Zerkleinerung, Homogenisierung und Zugabe von Strukturmaterial oder Klärschlamm aufbereitet. Aus dem Abfall werden dann mittels einer Brikollarpresse Presslinge mit Lüftungskanälen geformt. Deren Anfangsfeuchte beträgt etwa 50%. Die Presslinge werden auf Paletten in Rottehallen gestapelt. Durch die Rotteprozesse erfolgt eine Selbsterhitzung auf ca. 70°C, was zur Austrocknung der Briketts führt. Nach etwa 6 Wochen sind die biologischen Prozesse durch Wasserentzug auf 35% zu Stillstand gekommen. Die Presslinge können nun beliebig gelagert werden. |
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| 3. Dano | Reaktor: horizontale Drehtrommel (ca. 20-30m,
Durchmesser bis 3m), in die
zerkleinerter, mit Klärschlamm versetzter Müll eingebracht wird.
Austrag von Frischkompost nach 36-48 Stunden. |
Durch Drehung der Trommel wird eine gute Durchmischung und Belüftung erreicht. Problem: Entstehung anaerober Kugeln, in denen Faulprozesse ablaufen. |
| 4. Pratt | Reaktor: Rottezellen mit Wänden aus
Maschendraht |
Sauerstoffversorgung durch natürliche und zusätzliche Lanzen-Injektion |
| 5. Biotank | Reaktor: auf Schiene bewegte Abdeckhaube;
vorzerkleinerter Müll wird in 5m hoher Miete eingebracht. |
Belüftung der Miete von unten |
| 6. Humosol | Reaktor: stehende Zelle; Vorimpfung des
Materials |
Belüftung vom Boden aus |
| 7. Thompson | Reaktor: sechs übereinander liegende Rottezellen mit durchlöcherten Bodenklappen, in die zerkleinerter Müll mit Klärschlamm zusammen eingebracht wird. | tägliche Entleerung durch Bodenklappen, wodurch Belüftung erfolgt |
| 8. Carel Fouche | Reaktor: ähnlich Thompson | zusätzliche Belüftung in den oberen Etagen möglich. |
| 9. Frazer / Simon-Lauden | Reaktor: Rotteturm; Das verrottete Material wird durch ein Siebboden aus dem Turm abgezogen. | ständige Belüftung und Umwälzung |
| 10. Multibacto | Reaktor: acht- bis zehntäg00iger Rotteturm; Der zerkleinerte Müll wird in die obere Etage befördert. | Das Material wird durch drehende Pflugschare in Bewegung gehalten und fällt durch Bodenöffnungen in die jeweils untere Etage. Über ein Rohrsystem erfolgt die Zufuhr von Frischluft und der Abzug der Rottegase. |
| 11. Hygenisator - Türen | Reaktor: senkrechte Unterteilung von Rottezellen (Sektionen) | Der Müll wandert in einer Sektion von oben nach unten und wird dann in die nächste Sektion befördert. |
| 12. Fermentation | Reaktor: Fermentationsbehälter, in den zerkleinerter Müll eingegeben wird. | Zugabe vorgewärmter Luft und Umwälzung |
| 13. Blaubeuren | Reaktor: offene Rottezellen aus Beton | Die Luftzufuhr wird über einen Gasanalysator, die Feuchte über Berieselung gesteuert. |