anaerobe Kompostierung - Fermentation

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Die Fermentation von Bioabfällen beinhaltet einen mikrobiellen Abbau organischer Verbindungen bei vollständigem Luftabschluß, wobei auch ein methanreiches Biogas als Stoffwechselprodukt anfällt.
Die Vergärung oder Faulung wird zur Verwertung strukturarmer Bioabfälle mit einem Wassergehalt von mehr als 70% genutzt. Typische Anwendungen sind die Faulung von Klärschlamm aus der Abwasserbehandlung. Weiterhin ist die Vergärung für Küchenabfälle, Futtermittelabfälle, schlammförmige Nahrungsmittelabfälle, Heferückstände, Ölsaatenrückstände, Fettabfälle, Proteinabfälle, Geflügelkot, Gülle u.a. geeignet.

Prozessablauf:

1. Aufbereitung der Bioabfälle
Bei der nassen Vergärung werden die organischen Abfälle zunächst zerkleinert und auf einen Wasseranteil von ca. 90 Ma.-% eingestellt (Anmischung). Die Verfahren der trockenen Vergärung setzen ein Substrat mit einem Wasseranteil von 60-70 Ma.-% ein.
2. biologische Behandlung
Die Fermentation wird ein- oder zweistufig durchgeführt. Beim einstufigen Prozeß laufen Hydrolyse, Säure- und Methanbildung in einem Reaktor ab. Im Falle einer zweistufigen Fermentation wird das Substrat zunächst in einem Hydrolysereaktor (Hydrolyse, Säurebildung) und anschließend in einem Methanfermenter (Methangärung) behandelt.
3. Gasverwertung
B
ei der anaeroben Fermentation einer Tonne organischer Abfälle werden 90 bis 200m3 Biogas gebildet. Das Gas enthält 50 bis 70% Methan, 27 bis 43% Kohlendioxid sowie Spuren von Schwefelwasserstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Kohlenmonoxid und hat einen Heizwert von 20 bis 30 MJ pro m3 .
4. aerobe Nachrotte der festen Vergärungsrückstände
5. Abwasseraufbereitung

Reaktionskette des biologischen Abbaus:

Die Vergärung erfolgt durch unterschiedliche Bakteriengruppen in der folgenden Reaktionskette:
1. Hydrolyse
Aufspaltung hochmolekularer Verbindungen ( Kohlehydrate, Fette, Eiweiße) in Zucker, Fettsäuren und Aminosäuren und Lösen der Stoffe im Wasser.
2. Säurebildung
Vergären der in der ersten Phase gebildeten Stoffe durch säurebildende Bakterien zu Propion- und Buttersäure, Wasserstoff, Kohlendioxid und niederen Alkoholen.
3. Methangärung
Durch säurebildende Bakterien werden Essigsäure und Wasserstoff gebildet. Darauf aufbauend erfolgt durch methanbildende Bakterien die Methansynthese. Gleichzeitig erzeugen sulfatreduzierende Bakterien Schwefelwasserstoff.

Reaktionsbedingungen bei der Fermentation:

Das Substrat muß genügend biogene-organische Substanz, Nährsalze und Spurenelemente enthalten. Die Prozeßtemperatur wird entweder zwischen 32 und 50°C (mesophil) oder zwischen 50 und 70°C (thermophil) gewählt. Der pH-Wert sollte im neutralen Bereich liegen. Die Prozeßdauer (z.B. 2 bis 3 Wochen) hängt ab von der Temperatur, der Substratkonzentration, der Konzentration aktiver Biomasse und vom gewünschten Abbaugrad.

Die anaerobe Behandlung ist Bestandteil von integrierten Entsorgungskonzepten und sollte mit der aeroben Kompostierung an einem Standort realisiert werden.

Biostabilator