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Für 27 Jahre war die
Stadt Weißenfels an der Saale, im Süden Sachsen-Anhalts, meine Heimat. Nun wohne ich in
Granschütz
bei Weißenfels. Viele kennen Weißenfels nicht, oder sind bisher nur Durchreisende gewesen. Auch an der Autobahnabfahrt der A9 macht kein Schild die Vorbeifahrenden auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt aufmerksam. Doch eins ist wohl sicher: Die Stadt, die 1985 ihren 800.Geburtstag feierte, gehört zu den interessantesten Plätzen unseres Landes, mehr noch - Weißenfels ist ein Ort europäischer Kulturgeschichte. Schon Louise von Franciose schrieb folgende einladenden Worte: "Hier wird das Tal so anmutig. Die ersten Thüringer Hügel erheben sich nach und nach zu Bergen. Wiesen und Felder stehen im saftigen Grün. Die Saale windet sich mit raschem Fall...".
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Der Weg nach Weißenfels, ein Geschichtslehrpfad
In der Stadt kreuzen sich die Bundesstraßen 87, 176 und 91. Benutzt man die A9, gelangt man von der Abfahrt Weißenfels in nur wenigen Minuten ins Stadtzentrum.
Der wohl geschichtsträchtigste Weg nach Weißenfels führt über die alte Poststraße, die heutige B 87. Von Leipzig kommend, geht es vorbei an den Schlachtfeldern von Lützen, wo am 6.11.1632 der schwedische König Gustav der II. Adolf fiel. Links von der Straße liegt der kleine Ort Meuchen. Dorthin wurde der tote König zuerst gebracht, danach transportierte man ihn ins Weißenfelser Geleitshaus, wo er obduziert und balsamiert wurde.
Nur wenig südlich liegt das Dörferviereck Großgörschen-Kaja-Rahna-Kleingörschen. Hier bewährte sich im Jahre 1813, in der Völkerschlacht bei Leipzig, das Bündnis zwischen Russland und Preußen gegen Napoleon.
Von Lützen führt die Straße weiter nach Röcken. Carl Ludwig Nietzsche war hier Pfarrer. Sein Sohn, der berühmte Philosoph Friedrich Nietzsche, ist neben ihm an der Dorfkirche begraben. Der Weg geht nun weiter nach Rippach. Der Gasthof "Zum Schwan" lädt zur Rast ein. Dieser Einladung folgten schon Goethe und Napoleon. Am Ortsausgang steht ein historischer Meilenstein mit dem Hinweis auf den Poserna, die Heimat des Dichters Gottfried Seume.
Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis Weißenfels, wo sich dem Besucher das Saaletal öffnet, an dessen Eingang die Weinberge auf eine nunmehr 1000 - jährige Weinbautradition hinweisen.
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Weißenfelser Schloß,
"Hoch Fürstliche Sächsische Residenz zu Meissen"
Archäologie der Burg und des Schlosses
An der Saale hellem Strande
An der Saale hellem Strande
Stehen Burgen stolz und kühn,
Ihre Dächer sind zerfallen,
Und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen drüber hin.
Zwar die Ritter sind verschwunden,
nimmer klingen Schwert und Schild;
Doch dem Wandersmann erscheinen
In den altbemoosten Steinen
Oft Gestalten zart und mild.
Droben winken schöne Augen,
Freundlich lacht manch roter Mund,
Wandrer schaut wohl in die Ferne,
Schaut in holder Augen Sterne,
Herz ist heiter und gesund.
Und der Wandrer zieht von dannen,
Denn die Trennungsstunde ruft;
Und er singet Abschiedslieder,
Lebewohl tönt ihm hernieder,
Tücher wehen in der Luft.
Franz Kugler, 1808 - 1858
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